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Abneigung gegen die Kollegin

Verfasst: 21. Dezember 2010, 18:22
von Fish70
Hallo Ihr Lieben,

brauche eure Hilfe oder gute Tipps, stehe gerade mal ein wieder ein bisschen wie mit dem Kopf vor der Wand.

Ich hatte hier ja schon mal geschrieben, dass ich eine Kollegin habe, deren bloße Anwesenheit mich schon fast irre macht.
Jetzt bin ich ja seit ein paar Wochen nach langer Krankheit wieder im Dienst, dachte auch ich hätte einiges aufgearbeitet bzw. verarbeitet, aber mit der Kollegin ist es genau wie vorher, eher fast noch schlimmer.

Ich habe das in den letzten Wochen intensiv an mir selbst beobachtet, bewusst, weil ich ja auch jede Wertung unterlassen wollte. Also erstens mal gehe ich ihr schon wo ich kann einfach aus dem Weg. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, dann merke ich direkt an mir wie sich die Körperspannung und Körperhaltung verändert sobald ich mit ihr zu tun habe. Alle Abgrenzungsübungen haben bisher auch nichts genützt. Ich habe sie mir schon als Mickey Mouse vorgestellt, eine goldene Scheibe vor den Solarplexus gehängt, sie in Gedanken ganz klein werden lassen, die rosa Schwingen der Vergebung gerufen...alles erfolglos. Was passiert da? Welcher Film läuft da bei mir unbewusst ab und wie kann ich das ändern?
Ich weiss ja inzwischen dass mein Rückenprojekt vor allem auch dadurch kam dass ich innerlich dauerhaft total angespannt war. Ich möchte ganz gesund werden und bleiben und weiss nicht was ich in dieser Situation noch tun kann.
Ich kann ihr ja auch schlecht sagen, du, ich mag dich einfach überhaupt nicht, das würde sie wohl nicht verstehen und ich würde so was vielleicht auch nicht gern gesagt bekommen (Behandle andere Menschen stets so, wie du selbst behandelt werden willst)

Was also kann ich machen? Ausser mich weiter sorgfältig selbst zu beobachten und meine Gefühle dabei wahrzunehmen?
Ich habe auch Angst dass ich wirklich eines Tages ausraste und dann Dinge sage, die mir später leid tun.

Die Konstellation an der Arbeit ist so, dass wir beide in der gleichen Ebene angesiedelt sind, sie aber viele Teile meiner früheren Tätigkeit übernommen hat. Was ja auch logisch und richtig ist, es kann ja nicht so lange liegen bleiben. Heute jedoch hatte ich das Gefühl, als meint sie mir jetzt übergeordnet zu sein und mir Aufgaben zuweisen zu müssen. Fühlt sich jedenfalls sehr schwierig an und auf meine Vorgesetzte brauche ich da auch nicht mehr zu bauen, die halten solche Dinge einfach für Zickenalarm und damit sind sie fertig. Welche Ursachen das haben könnte wird bei uns (NOCH???) nicht hinterfragt.

Freue mich sehr auf eure Antworten.

lg

vom fish

Re: Abneigung gegen die Kollegin

Verfasst: 21. Dezember 2010, 18:36
von Hopfenhex
Ach, liebe fish, an so etwas habe ich auch schon gedacht. Wie "es" wird, wenn Du wieder im Dienst bist - und jemand Deine Aufgaben übernommen hat. Gibt "es" bei Deiner Dienststelle eine Supervision? Falls Du da eine Führungsposition hast - wäre das doch schon denkbar.

Ja, und noch etwas: Gibt "es" da noch jemand, der die Aufgaben verteilt. Das müsst doch nicht Ihr beiden Damen ausfechten? oder?

Ich habe im privaten Bereich ein paar Leute, mit denen ein harmonisches Treffen nicht möglich ist. Ich meide sie auch - und wenn irgendwelche nagenden Gedanken aufkommen, dann wünsche ich ihnen in Gedanken immer "alles Gute"

Liebe fish, ich wünsche Euch beiden, dass ihr da um die Kurve kommt.

herzliche Grüße und trotz allem frohe Weihnachtszeit wünscht Dir die Hopfenhex

P.S. wenn's schwierig wird, werde einfach :daumen: :zeigefinger: :mittelfinger: :ringfinger: :kleinerfinger: Irgend ein Finger wird doch je nach Situation passen.

F. hat mir gestern etwas erzählt: :daumen: :mittelfinger: :kleinerfinger: hat ihm geholfen, nachts wieder einzuschlafen

Re: Abneigung gegen die Kollegin

Verfasst: 21. Dezember 2010, 19:50
von Klee
mein Tipp:

auch wenns komisch klingt: sprich sie einfach an (dein Ruf ist eh schon ruiniert ;) ...also los!):

"Ich merke zwischen uns eine große Spannung, nehmen Sie das auch wahr??"

Das ist schon alles - egal was sie antwortet....dies dürfte schon viel ins Lot bringen!

Viel Erfolg
Kleefee

Re: Abneigung gegen die Kollegin

Verfasst: 21. Dezember 2010, 20:41
von optimistin
Hallo liebes fishlein,
ich kann nachempfinden, wie Dir zumute ist.
Ich finde Klees Tipp sehr gut. Sprich sie aber nicht an, dass Du getroffen bist, wenn sie Dir Aufgaben zuweist. Begegne ihr mit Freundlichkeit (auch wenn es schwer fällt) und souverän, denn Du bist wer und keiner kann Dir das Wasser reichen und das musst Du Dir immer wieder sagen und mit Sicherheit wirst Du Deine damalige Position mit der Zeit wieder erreichen. Hab Geduld, liebes fishlein.
Ich wünsche Dir eine schöne, besinnliche Weihnachtszeit.
Herzlichst Opti

Re: Abneigung gegen die Kollegin

Verfasst: 21. Dezember 2010, 20:51
von Fish70
Hallo Ihr Lieben,

hallo opti,
ich weiss gar nicht ob ich diese Position wieder erreichen will, ich habe momentan nur ein einziges Gefühl, ich will da so schnell wie irgend möglich weg...

hallo hopfenhex,
supervision ist toll, aber ich bin wohl die einzige die das gut findet, der Rest meiner Kollegen und Chefs kann damit wohl gar nichts anfangen, da gibt es noch Führung wie zu Zeiten von vor mindestens 20 Jahren

hallo klee,
das mit dem offenen Gespräch habe ich ein ganzes Jahr vorher immer mal wieder ausprobiert, es half immer nur ein paar Tage, dann war es wieder so weit, dass die Spannungen deutlich zwischen uns standen. Mir geht es auch nicht alleine so, nur alle anderen reden nur hinter vorgehaltener Hand darüber.
Die Frage ist doch, was will mir diese Arschengel(in) denn über mich sagen?

lg

vom fish

Re: Abneigung gegen die Kollegin

Verfasst: 21. Dezember 2010, 21:41
von Andrea
Hallo fish,

ich habe gerade ein interessantes Buch gelesen. Da geht es darum, dass SEGNEN heilt.
Man segnet z.B. die Eigenschaften, die im Anderen vorhanden sind (weil uns ALLES gegeben wurde), die aber im Moment nicht zum Vorschein kommen. In Deinem Fall könnte das also lauten: "Ich segne das kollegiale Verhalten von ..." oder so ähnlich. Und das wiederholt man für sich so oft es geht, vielleicht jedes Mal, wenn Du an sie denkst oder sie siehst ...

Liebe Grüße
Andrea

P.S. Man sollte nicht davor zurück schrecken, sich selbst zu segnen - und zwar täglich ;)

Re: Abneigung gegen die Kollegin

Verfasst: 22. Dezember 2010, 08:10
von Klee
Hi Fishi,

ich mein kein offenen klärendes Gespräch - sondern einfach nur mal die Spannung ansprechen - ob sie das auch spürt?
Ein klärendes Gespräch geht auf Verstandesebene - während die "Spannung fühlen - spüren" ansich eher die Herzensebene anspricht.

Indem ich das anspreche, verändert sich das schon. Meist können die Leute eh nix damit anfangen, was aber vollkommen okay ist.

Liebe Grüße
Elke

Re: Abneigung gegen die Kollegin

Verfasst: 22. Dezember 2010, 19:05
von leonard
Fish70 hat geschrieben:ich habe momentan nur ein einziges Gefühl, ich will da so schnell wie irgend möglich weg...
hmmmmmmm....

vielleicht zeigt Dir Deine Kollegin da ja einen Weg auf...
vielleicht ist das ja ihre Aufgabe (für Dich)...

Du hast viel mitgemacht, in der Vergangenheit.
Vielleicht ist es ja Zeit für etwa neues.
Vieles an Ballast wirst Du sicher mit Dir nehmen, egal wohin Du gehst.
Aber vielleicht warten ja auch neue Erfahrungen, Aufgaben und Menschen auf Dich.

Ich weiß ja nichts von Deinem Beruf und hab keine Ahnung vom Arbeitsmarkt in der schönen Rhön, aber anfang 2011 wird die Konjunktur brodeln!

Nur mal so dahingesagt...

Re: Abneigung gegen die Kollegin

Verfasst: 22. Dezember 2010, 19:21
von optimistin
Hallo fishlein, habe Dir PN geschrieben. lg Opti

Re: Abneigung gegen die Kollegin

Verfasst: 22. Dezember 2010, 21:37
von Fish70
Hallo Ihr Lieben,

ich hab es gewagt, heute habe ich allen meinen noch vorhandenen Mut zusammen genommen und habe sie darauf angesprochen, dass ich Spannung, Disharmonie und Kälte spüre, wenn ich mit ihr zu tun habe.

Sie sagte sofort, ihr geht es genau so. Und da sie nicht weiss, wie sie mit der Situation umgehen soll, sagt sie halt lieber nichts oder distanziert sich. Es wurde wirklich noch ein gutes Gespräch daraus, insgesamt bestimmt eine Stunde, in dem sie mir auch ihre Wahrnehmung von mir geschildert hat. Freundinnen werden wir wohl trotzdem nicht, aber es hat uns wohl beide sehr erleichtert, mal schauen, ob dieser Zustand anhält. Mir fällt es noch immer sehr schwer, im Job nicht die starke Frau zu geben, aber heute habe ich es geschafft, ich bin stets bei mir geblieben und hab ihr zum Schluss auch noch gesagt, wie enttäuscht ich doch auch davon war, dass es über die ganze Zeit niemanden wirklich interessiert hat wie es mir geht bzw. das mich auch keiner mal besucht hat. Und ich weiss jetzt auch wieder, dass im Widerstand zu dieser Situation dort nicht überleben kann, in irgendeiner Art und Weise möchte ich meinen Frieden damit machen.

Danke nochmal für eure Tipps und Andrea, das mit dem Segnen ist eine tolle Idee, wie hieß denn das Buch genau?

lg

vom fish

Re: Abneigung gegen die Kollegin

Verfasst: 22. Dezember 2010, 21:59
von optimistin
Hallo liebes fishlein,
das hast Du super gemacht. Ich bin stolz auf Dich. Ich kann es ja verstehen, wenn man alles hinschmeißen möchte, aber in der heutigen Zeit kann man dankbar sein, wenn man einen Job hat.
Und weisst Du, Du musst Dich ja auch nicht mit der Kollegin verbrüdern, aber so eine Aussprache ist ganz wichtig. Du hast es auch gutgemacht, dass Du gesagt hast, wie Du Dich fühlst und wie Du empfindest. So greift man niemals seinen Gesprächspartner an. Vielleicht ist die Zusammenarbeit jetzt ja etwas leichter, wenn Du dann immer noch wegmöchtest, kannst Du Dir in Ruhe etwas anderes suchen.
Liebes fishlein, eine schöne Weihnachtszeit wünscht Dir Opti und
Bild

Re: Abneigung gegen die Kollegin

Verfasst: 23. Dezember 2010, 08:22
von Lilienthal
Liebe fish,

wie wunderbar, daß Du Deine Kollegin angesprochen hast und dass Ihr Euch mal aussprechen konntet. Wahrscheinlich war bei ihr auch Unsicherheit, wie es mit ihr weitergeht, wo Du jetzt wieder da bist. Und ich glaube, daß es für Euch beide jetzt leichter sein wird, miteinander umzugehen.

Ich wünsche Dir, daß Du Dein neues "Ich-Gefühl" behalten und noch verstärken kannst, und ich schicke Dir eine dicke Umarmung.

Liebe Grüße, Martina

Re: Abneigung gegen die Kollegin

Verfasst: 23. Dezember 2010, 17:36
von Momabo
Liebes Fishlein
ich finde es gut, dass du den Mut aufgebracht hast, die Kollegin anzusprechen. Meist löst sich die "Schwärze" auf, wenn man ihr ins Auge schaut und das hast du ja hiermit getan. Es kann nur noch besser werden :D

Ich denke wie Martina auch meint, dass bei ihr auch Ängste da sind, wie es für sie weitergeht. Suche dir in Ruhe was Neues, wenn es Zeit ist, wird sich schon ein Türchen auftun, bzw ganze Tore :D

glg Mona

Re: Abneigung gegen die Kollegin

Verfasst: 23. Dezember 2010, 22:56
von Andrea
Fish70 hat geschrieben:... Andrea, das mit dem Segnen ist eine tolle Idee, wie hieß denn das Buch genau?

lg

vom fish
Hallo fish,

das Buch heißt "Segnen heilt. Wie ein Segen die Welt verändert und dich selbst" und ist geschrieben von Pierre Pradervand.

Liebe Grüße
Andrea

Re: Abneigung gegen die Kollegin

Verfasst: 24. Dezember 2010, 10:13
von alem
Liebe Fish,

zur strömenden Unterstützung bei diesem "Beziehungsprojekt" (innen und außen/zwischenmenschlich) möchte ich dir noch die Umkehr und Zunahme der zweiten Tiefe ans Herz legen und auch den Nabelstrom, den du, wenn ich mich recht erinnere, recht gern magst.

Die Umkehr und Zunahme hat mir vorgestern eine befreundete Praktikerin empfohlen. Seitdem ist die Umkehr und Zunahme der zweiten Tiefe mein täglicher Begleiter. Ich habe gerade auch ein ziemliches Trauerprojekt, begleitet von recht heftigem Husten und Schleimbildung in Nase und Hals ... aber es wird schon besser/etwas leichter. Neben all dem ist die Einstellungssequenz für Trauer aus dem Selbsthilfebuch 1 dabei auch recht hilfreich.

Ich wünsche dir und allen, die mitlesen/schreiben noch schöne Weihnachtsfeiertage.

LG Alem