Eine kleine Geschichte zum Helfersyndrom...
Verfasst: 30. November 2012, 08:51
Hallo, Ihr Lieben,
heute möchte ich gerne eine kleine Geschichte aus dem Alltag erzählen, die mir selbst passiert ist und die mir (gottgeschenkt) gezeigt hat, daß ich endlich über mein Helfersyndrom weg bin und es sich (kaumzuglauben) auch noch sehr gut angefühlt hat. Ich bekam eine Einsicht, die ich dann auch gleich fest in mir verankert habe.
Vor ein paar Wochen war ich mit meiner Familie in einem Baumarkt unterwegs, wir brauchten verschiedene Dinge, hatten dann den Wagen beladen mit gekauften Dingen und unseren beiden kleineren Jungs durch die Kasse gehievt und wurden von einer Dame an einem Zeitungsstand aufgehalten.
Während mein Mann (liest immer sehr gern Zeitung, vor allem wenn sie gratis kommt, lächle) sich mit der Dame unterhielt, wanderte mein Blick zu einer zierlichen Frau, mittleren Alters, die sichtlich angestrengt versuchte, ihren übervollen (Briketts, betimmt einen Meter hoch gestapelt, darüber mind. 3 Bastkörbe), sehr schweren Einkaufswagen alleine über die Schwelle im Ausgang zu befördern. Während ich schon beinahe auf dem Sprung war, stand schon ein älterer Herr bereit und fragt sie sehr freundlich, ob er ihr denn helfen könne.
Naja, ihr könnt euch sicherlich denken, daß die gute Frau dieses Angebot ablehnte, während auch schon der erste Bastkorb herunterpurzelte (als würde er sagen "he, wäre gut, wenn da noch ein zweites Paar Hände zur Unterstützung da wäre").
Der Mann entfernte sich und so schob die Frau ihren Wagen mit Schwung allein über die Schwelle, nachdem sie ihren Korb wieder oben drauf gelegt hatte.
Und dann ist es natürlich passiert... Durch den Schwung brammsten die ersten beiden Räder zwar nach draussen doch gleichzeitig brach der ganze mühevoll aufgeladene und zusammengehaltene Turm aus schweren Briketts und den Körbchen in sich zusammen. Bumms - lag alles mitten in der Tür auf dem Boden verstreut herum und ich bemerkte, wie ich mir meinen Mittelfinger hielt (oha, bleib bei Dir in Deiner Energie, Wut öhöm....gehört nicht zu dir ist ihre....;-)).
Schimpfend und auch peinlich berührt, sammelte sie alles ein. Während sie Schicht um Schicht wieder auflud, war ich sehr beschäftigt, mich zurückzuhalten, NICHT hinzugehen und sie zu fragen, ob sie denn Hilfe benötigt, da ich das starke Gefühl hatte, dass ich an meinem Platz stehen bleiben muss.
Eine andere hilfsbereite Person bot ihr dann erneut ihre HIlfe an, die die Dame dann tatsächlich nochmal ablehnte und nach 5 Minuten war dann die zierliche mitsamt ihrer "schweren Beute" richtung Parkplatz verschwunden.
Und jetzt kommt der Punkt, den ich aus dieser Beobachtung gelernt habe:
Ich wusste in dem Moment, als ich an meinem Platz stehen blieb, daß ich es endlich geschafft hatte, Helfersyndrom ging in die Heilung, es war überstanden. Ich habe auf mein Gefühl gehört, meinen Finger gehalten und es geschafft nur zu beobachten. Ständig waren da nämlich von anderen Angebote da, zu helfen, ich selbst musste gar nichts machen ausser mich selbst zu beobachten, was dieses an meinem Platz stehen bleiben mit mir machte, dank
war es überraschend, wie einfach das ging.
Und die Dame hat vielleicht auch etwas gelernt: Sich vielleicht das nächste mal helfen zu lassen? Anzunehmen? Vielleicht... vielleicht auch nicht und ich merke, wie auch dass nicht mehr allzugroßes Gewicht für mich hat. Denn ich selbst, habe hier erkannt, dass helfen wollen ein schönes menschliches Bedürfnis ist, was sehr oft auch anderen Menschen von Nutzen ist.
Doch helfe ich gegen die Überzeugung des anderen, der in meinen Augen gerade Hilfe braucht (weil ich es sehen kann, was noch nicht heisst, dass derjenige schon soweit ist), wenn der diese aber ablehnt (aus Gründen, die mich nichts angehen), ist das nicht echt und hilfreich.
Es ist nicht einfach, aber durch dieses Erlebnis fällt es mir inzwischen überall sehr leicht, abzuwarten, bis jemand um Hilfe bittet, und vor allem KEIN schlechtes Gewissen mehr zu haben, wenn ich vermeintlich nicht helfe, wo ich es wahrnehme. Seitdem ich das für mich erkannt habe, in mir ruhend und zurückhaltender bin, seien es Worte od. Taten, kommen die Leute langsam aber stetig von ganz allein... und das fühlt sich gut an.
Es gibt für mich zwei Arten (viell. sind es auch mehr) des Helfens:
Helfen aus Verpflichtung und Helfen aus dem Herzen.
Und letzteres ist es, das einfach nur schön ist, und auf beiden Seiten Freude bringt.
Das erstere diente einer anderen Sache, die man gewöhnlich "EGO" nennt und das hab ich allem anschein nach rausgeschmissen, aus meinem "Haus". Wenn es wieder reinwill, dann soll es vorher klingeln und ICH SELBST entscheide, ob es reindarf oder nicht.
Es hat mehrere Versuche gestartet, doch inzwischen finde ich (wir waren ja so lange Zeit verbunden), dass es auch einen kleinen Raum verdient hat, in dem es sich aufhalten kann.
Da ist ein Haus, in dem ich wohne und an dem Haus ein kleiner Schuppen, mit kleinem Fenster und da drin wohnt es jetzt, das EGO.
Seitdem, lässt es mich in Ruhe ;-)...
Ein schönes Gefühl.... leicht, frei und sicher.
Vor allem weil ich jetzt weiß, dass das EGO genau wie ich auch nur einen Platz(ein Zu Hause) gesucht hat, an dem es sein kann. Einfach nur SEIN.
sanara
heute möchte ich gerne eine kleine Geschichte aus dem Alltag erzählen, die mir selbst passiert ist und die mir (gottgeschenkt) gezeigt hat, daß ich endlich über mein Helfersyndrom weg bin und es sich (kaumzuglauben) auch noch sehr gut angefühlt hat. Ich bekam eine Einsicht, die ich dann auch gleich fest in mir verankert habe.
Vor ein paar Wochen war ich mit meiner Familie in einem Baumarkt unterwegs, wir brauchten verschiedene Dinge, hatten dann den Wagen beladen mit gekauften Dingen und unseren beiden kleineren Jungs durch die Kasse gehievt und wurden von einer Dame an einem Zeitungsstand aufgehalten.
Während mein Mann (liest immer sehr gern Zeitung, vor allem wenn sie gratis kommt, lächle) sich mit der Dame unterhielt, wanderte mein Blick zu einer zierlichen Frau, mittleren Alters, die sichtlich angestrengt versuchte, ihren übervollen (Briketts, betimmt einen Meter hoch gestapelt, darüber mind. 3 Bastkörbe), sehr schweren Einkaufswagen alleine über die Schwelle im Ausgang zu befördern. Während ich schon beinahe auf dem Sprung war, stand schon ein älterer Herr bereit und fragt sie sehr freundlich, ob er ihr denn helfen könne.
Naja, ihr könnt euch sicherlich denken, daß die gute Frau dieses Angebot ablehnte, während auch schon der erste Bastkorb herunterpurzelte (als würde er sagen "he, wäre gut, wenn da noch ein zweites Paar Hände zur Unterstützung da wäre").
Der Mann entfernte sich und so schob die Frau ihren Wagen mit Schwung allein über die Schwelle, nachdem sie ihren Korb wieder oben drauf gelegt hatte.
Und dann ist es natürlich passiert... Durch den Schwung brammsten die ersten beiden Räder zwar nach draussen doch gleichzeitig brach der ganze mühevoll aufgeladene und zusammengehaltene Turm aus schweren Briketts und den Körbchen in sich zusammen. Bumms - lag alles mitten in der Tür auf dem Boden verstreut herum und ich bemerkte, wie ich mir meinen Mittelfinger hielt (oha, bleib bei Dir in Deiner Energie, Wut öhöm....gehört nicht zu dir ist ihre....;-)).
Schimpfend und auch peinlich berührt, sammelte sie alles ein. Während sie Schicht um Schicht wieder auflud, war ich sehr beschäftigt, mich zurückzuhalten, NICHT hinzugehen und sie zu fragen, ob sie denn Hilfe benötigt, da ich das starke Gefühl hatte, dass ich an meinem Platz stehen bleiben muss.
Eine andere hilfsbereite Person bot ihr dann erneut ihre HIlfe an, die die Dame dann tatsächlich nochmal ablehnte und nach 5 Minuten war dann die zierliche mitsamt ihrer "schweren Beute" richtung Parkplatz verschwunden.
Und jetzt kommt der Punkt, den ich aus dieser Beobachtung gelernt habe:
Ich wusste in dem Moment, als ich an meinem Platz stehen blieb, daß ich es endlich geschafft hatte, Helfersyndrom ging in die Heilung, es war überstanden. Ich habe auf mein Gefühl gehört, meinen Finger gehalten und es geschafft nur zu beobachten. Ständig waren da nämlich von anderen Angebote da, zu helfen, ich selbst musste gar nichts machen ausser mich selbst zu beobachten, was dieses an meinem Platz stehen bleiben mit mir machte, dank
Und die Dame hat vielleicht auch etwas gelernt: Sich vielleicht das nächste mal helfen zu lassen? Anzunehmen? Vielleicht... vielleicht auch nicht und ich merke, wie auch dass nicht mehr allzugroßes Gewicht für mich hat. Denn ich selbst, habe hier erkannt, dass helfen wollen ein schönes menschliches Bedürfnis ist, was sehr oft auch anderen Menschen von Nutzen ist.
Doch helfe ich gegen die Überzeugung des anderen, der in meinen Augen gerade Hilfe braucht (weil ich es sehen kann, was noch nicht heisst, dass derjenige schon soweit ist), wenn der diese aber ablehnt (aus Gründen, die mich nichts angehen), ist das nicht echt und hilfreich.
Es ist nicht einfach, aber durch dieses Erlebnis fällt es mir inzwischen überall sehr leicht, abzuwarten, bis jemand um Hilfe bittet, und vor allem KEIN schlechtes Gewissen mehr zu haben, wenn ich vermeintlich nicht helfe, wo ich es wahrnehme. Seitdem ich das für mich erkannt habe, in mir ruhend und zurückhaltender bin, seien es Worte od. Taten, kommen die Leute langsam aber stetig von ganz allein... und das fühlt sich gut an.
Es gibt für mich zwei Arten (viell. sind es auch mehr) des Helfens:
Helfen aus Verpflichtung und Helfen aus dem Herzen.
Und letzteres ist es, das einfach nur schön ist, und auf beiden Seiten Freude bringt.
Das erstere diente einer anderen Sache, die man gewöhnlich "EGO" nennt und das hab ich allem anschein nach rausgeschmissen, aus meinem "Haus". Wenn es wieder reinwill, dann soll es vorher klingeln und ICH SELBST entscheide, ob es reindarf oder nicht.
Es hat mehrere Versuche gestartet, doch inzwischen finde ich (wir waren ja so lange Zeit verbunden), dass es auch einen kleinen Raum verdient hat, in dem es sich aufhalten kann.
Da ist ein Haus, in dem ich wohne und an dem Haus ein kleiner Schuppen, mit kleinem Fenster und da drin wohnt es jetzt, das EGO.
Seitdem, lässt es mich in Ruhe ;-)...
Ein schönes Gefühl.... leicht, frei und sicher.
Vor allem weil ich jetzt weiß, dass das EGO genau wie ich auch nur einen Platz(ein Zu Hause) gesucht hat, an dem es sein kann. Einfach nur SEIN.
sanara