Liebe Blueberry, Kampfkarpfen und Mandala,
vielen herzlichen Dank für Eure Rückmeldungen. Ich glieder mal ein bißchen nach Euren Antworten, wenn sich auch manches überschneidet.
@Blueberry,
danke für deine grundsärtzliche Skepsis gegenüber irgendwelchen Autoritäten , die ist sicherlich sinnvoll und hilfreich. Fangen wir mal an, was ist für mich eine geklärte bzw. ungeklärte Beziehung zu irgendjemand?
Das Schlüsselwort mich ist dabei Klarheit / Bewusstsein / Verstehen und weniger Ändern im Austausch mit dem anderen. Ich überspitze im Folgenden etwas:
Wenn eine Beziehung ungeklärt ist, dann ist mir das, was in der Beziehung d.h. zwischen mir und dem anderen passiert nicht bewusst... ggf. unbewusste Opfer-Täter-Spiele stattfinden, die alte Verletzungen wiederholen. In einer ungeklärten Beziehung bin ich i.d.R. fleißig am projektionieren, so unter dem Motto, der andere ist der Böse/Gute und ich bin das "unschuldige" Opfer. In einer geklärten Beziehung ist mir klar/bewusst, was da gerade gespielt wird,welcher alte Schalter / ggf. Verletzung von mir da gerade getriggert wird, damit ich sie zur Kenntnis nehmen und sie ggf. heilen lassen kann. In einer geklärten Beziehung, weiss ich auch um meinen Anteil, dass ich was bestimmtes ausstrahle, damit ich den nächsten Schritt gehen/lernen kann (So nach dem Motto : Innen wie außen.)
D.h. um eine Beziehung zu jemand zu klären, brauch ich diesen nicht.
Das beschreibt vielleicht auch schon, warum auch ich persönlich eine geklärte Beziehung für wünschenswerter halte: Ich bin mehr Herr/Frau in mein eigenen Haus und bin dem ganzen nicht so hilflos ausgeliefert.... bzw. bin freier, auch weil bewusster (darin bin ich mit Dir einig, dass Freiheit im Wesentlichen von mir selbst und weniger von dem/den Anderen abhängt.)
Hinsichtlich deiner philosophischen Frage: "Gibt es ein außerhalb von dir/mir?" Würde ich, da sie mich reizt, paradox antworten: Ja und Nein.
Ja: Es gibt ein außerhalb von dir, deinem biologischen Körper (einfacher Test: Lauf mal mit dem Kopf gegen eine Haus-Wand. Da ist diese deutlich als etwas externes wahrnehmbar., Oder das Erdbeben in Nepal hat stattgefunden, egal ob wir's wissen oder nicht.)
Nein: Und zwar auf folgenden 2 Ebenen 1. Über unseren göttlichen Kern ist alles eins und 2. ist alles was wir "wahr-nehmen" unsere ur-eigene Wahrnehmung und Teil von uns(wie in der Matrix).
@Kampfkarpfen,
danke für Deine Erinnerung an einige Grundpfeiler, gerade auch die mit der Erwartungshaltung. Mein erster Freund hat oft was in die Richtung gesagt, dass man sich die Familie im Gegensatz zu den Freunden nicht ausgesucht hat und man auch nicht gernhaben müsse. (könnte man, wenn man das Unbewusste mit dazu nimmt auch anders sehen mit dem Aussuchen... ok mit 20 hat man ein anderes Bewusstsein als mit 40).
Ein gutes Ziel auch mit meinen aktuellen "Unsympathen" mit Respekt, Achtung und Wertschätzung umzugehen. Das fällt mir nicht immer leicht, z.B. mit meinem Exchef, der mich rausgemobbt hat.
Ich weiss nicht, ob ich jemals an die heile Familie geglaubt habe. .... als Teenager hatte ich irgendwie wohl ziemlich Angst davor, dass sich meine Eltern scheiden lassen, angesichts der teilweise heftigen Streite... ich hab wohl ein Harmoniethema mit hier hergebracht in dieses Leben. Und Du hast ein tiefprägendes Aha-Erlebnis mit 4 gehabt?
@Mandala,
danke für deine einfühlsamen und warmen Worte und Gedanken zur 2 und 22.
Ja ich glaub da ist echt viel entwursteln dabei, fast wie einen gordischen Knoten, den man ganz langsam und Schritt für Schritt doch irgendwie entwirrt bekommt und vielleicht ist es wirklich viel wertvoller als in reinem Glold aufgewogen. Mir kommt da gerade wieder Varinas Bild vom Silberfaden, der uns an und mit einander (ver)bindet...
Ich macht das mal an paar Punkten konkreter: Ich hab ja in mir irgendwie die Wunde des nicht (genug) geliebten Kindes gehabt und manchmal kommt sie auch noch hoch, auch wenn ich inzwischen gefühlt hab, dass da auch ganz viel Blindheit und Angst vor Verletzungen bei mir ist.... Von dem was ich inzwischen gelernt, erfahren und aufgeräumt habe, habe ich gemerkt, dass mein Vater mich sehr wohl sehr innig geliebt hat, dass dann halt nach seiner HerzOP als ich 2 war, ich so erschrocken/erstarrt über sein langes Fehlen war, dass ich mich eigentlich nicht wieder freien Herzens auf ihn eingelassen habe und dementsprechend natürlich auch die Liebe nicht gespürt habe. Es gab ein Zeitfenster um die 5/6, wo wieder was am wachsen war, als dann meine Mutter mich aber so beschämt hat, dass ich wieder auf Rückzug war. ...Und dann gab es noch zur 2. Indivituationsphase mit 15 einen Herzstillstand bei meinem Vater (just als meine Pubertät 1 Woche alt war) und danach war ich auch wieder "brav" und hab mich um die Familie und meinen Vater gekümmert. Als ich mit 27 gerade beruflich zum Sprung ansetzte, war mein Vater schwer krank und fiel dann in Koma und starb dann auch irgendwann nach sprichwortlich schwerer Krankheit,... auch da war mir mein Vater wichtiger als der eigene Karrieresprung.
Ich hab das Gefühl, dass wir uns da in der Frühreha ohne Worte nur mit den Augen unendlich viel erzählt haben. Wir haben uns einfach angeschaut, ich habe geweint, und es war, wie wenn er mir da was wichtiges von seinem Wissen mitgegeben habe, was ich noch nicht verstehe und wenn ich das tippe kommen mir noch immer die Tränen. Ich hab im Wissen von heute das Gefühl, dass mein Vater eben sein letztes Jahr noch geblieben ist und uns geschenkt hat, damit wir/ich ihn loslassen können und seinen Tod am Ende eher auch als Erlösung akzeptieren können.
Ich wünsch mir, dass die traumatischen Erlebnisse eben nicht nur defizitorientierte Traumen sind, wieso ich meine eigene Individuation in der Kindheit eben nicht so ausgelebt habe wie andere/Normalmensch so es das gibt, sondern, dass es wie Tore zu mir werden, in denen ich einfach was anderes vielleicht für mich persönlich wertvolleres gelernt habe.
Und das herauszufinden, ist für mich Klärung der Beziehung, dass ich dann klarer sehe und Denk-, Spür und Sehblockaden abbauen kann und das entsprechende zuvor unbewusste Wissen bewusst integrieren kann.
So viel mal für den Moment,
AnnSophie.