Dat Flohche von Joachim Ringelnatz
Se sitzen beide aufe Banke,
der Mond scheint durche Wolken,
er hat den Schweinstall ausjemist
und se de Kuh jemolken.
Nu hat er beide Arme fest um ihren Hals jeringelt.
Er butschte jut, oh-mann-oh-mann,
ihr Blut fing an zu kullern,
und's kleine Herz in ihre Brust fing mächtig an zu bullern.
Mit eins da schreit se:
"Hör mal auf, ich glaub, mich beißt 'ne Flohche",
"Ach was," sagt er, "ich weiß nicht wo,
vielleicht gar am Popoche."
"Oh nein, hier vorne inne Blus, da scheint der Kröt zu hucken."
"Na warte nur, ich werd mir furz aufe Fingers spucken."
Er grabscht und wühlt 'ne janze Weil,
Mensch war se jut jewachsen,
mit eins da hat er ihn und will ihn furz mit de Fingers knacksen.
"Halt," schreit se plötzlich, "jieb ihm her,"
schiebt ihn zurück im Mieder und lächelt süß und unschuldsvoll:
"Vleicht brauch ich ihm mal wieder!."
Liebe Grüße von der Optimistin

