Es ist was es ist

Hier ist Platz für Worte, die uns inspirieren, uns zum Nachdenken bringen oder die einfach schön zu lesen sind.
Antworten
Benutzeravatar
Margherita
Profi Member
Profi Member
Beiträge: 345
Registriert: 31. Juli 2008, 19:58
Wohnort: Schweiz

Es ist was es ist

Beitrag von Margherita »

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft

Es ist Unglück
sagt die Berechnung

Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst

Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht

Es ist lächerlich
sagt der Stolz

Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht

Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung[



Es ist was es ist
sagt die Liebe
Um glücklich zu sein ist es nicht wichtig, mehr zu besitzen,
sondern weniger zu begehren.
Benutzeravatar
Lilienthal
Senior Profi Member
Senior Profi Member
Beiträge: 695
Registriert: 6. November 2008, 13:21

Beitrag von Lilienthal »

Mein absolutes Lieblingsgedicht ...

Martina
Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist, was du aus dem machst, was dir zustößt.
-Aldous Huxley-
Benutzeravatar
Somorai
Senior Profi Member
Senior Profi Member
Beiträge: 1041
Registriert: 16. Oktober 2008, 15:48
Wohnort: Stuttgart
Kontaktdaten:

Beitrag von Somorai »

Hallo Margherita,
das ist vorne in meiner JSJ-Kladde drin.
Ich LIEBE es.

LG Somorai
Ich bin meines Glückes Schmid:
Und dafür stehe ich jeden Tag am Amboß und bearbeite meine Gedanken (Somorai)
Benutzeravatar
shangri
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 118
Registriert: 29. Juni 2008, 17:44
Wohnort: bei Ulm

Beitrag von shangri »

auch eines meiner Lieblingsgedichte.
Ich möchte den Autor einfach mal erwähnen:

Erich Fried

http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Fried
Benutzeravatar
Margherita
Profi Member
Profi Member
Beiträge: 345
Registriert: 31. Juli 2008, 19:58
Wohnort: Schweiz

Beitrag von Margherita »

Danke für die Ergänzung des Autors.
Hab ich bisher nirgendwo aufgeführt gehabt.
:)
Um glücklich zu sein ist es nicht wichtig, mehr zu besitzen,
sondern weniger zu begehren.
Benutzeravatar
Lilienthal
Senior Profi Member
Senior Profi Member
Beiträge: 695
Registriert: 6. November 2008, 13:21

Beitrag von Lilienthal »

Mein zweitliebstes Gedicht von Erich Fried ist dieses hier:

Das Leben
wäre
vielleicht einfacher
wenn ich dich
gar nicht getroffen hätte

Weniger Trauer
jedes Mal
wenn wir uns trennen müssen
weniger Angst
vor der nächsten
und übernächsten Trennung

Und auch nicht soviel
von dieser machtlosen Sehnsucht
wenn du nicht da bist
die nur das Unmögliche will
und das sofort
im nächsten Augenblick
und die dann
weil es nicht sein kann
betroffen ist
und schwer atmet

Das Leben
wäre vielleicht einfacher
wenn ich dich
nicht getroffen hätte
Es wäre nur nicht
mein Leben

Wenn man diesen Text jetzt nicht nur auf die/den Geliebte(n) bezieht, steht für mich dahinter, daß alles im Leben seinen Sinn hat, auch wenn wir ihn manchmal nicht oder erst viel später erkennen können. Jeder Mensch gibt uns etwas mit, jeder prägt uns auf die eine oder andere Weise.
Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist, was du aus dem machst, was dir zustößt.
-Aldous Huxley-
Benutzeravatar
shangri
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 118
Registriert: 29. Juni 2008, 17:44
Wohnort: bei Ulm

Beitrag von shangri »

ich wollte Dich auch keinesfalls kritisieren, Margherita, das hast Du bestimmt schon richtig verstanden.

Ich bin normalerweise auch gar nicht so bewandert wenn es darum geht welches Gedicht nun von wem ist.

In diesem Falle wusste ich es zufällig, weil es vor einiger Zeit eine etwas abgedrehte Diskussion gab, in dem dieses Gedicht eine Rolle spielte.

(ich drifte mal wieder etwas ab... darf man das hier?!? ist ja nicht die Plauderecke...)
naja egal.

Die von mir hochgeachtete Band Mia. aus Berlin kam vor ein paar Jahren auf die naive Idee, aus diesem Gedicht ein Lied zu machen, dass von ziemlich naiv-deutschtümelnden Zeilen durchsetzt ist.
Ich lege meine Hand für diese Band ins Feuer! Mit rechtem Gedankengut haben die Leute nichts am Hut, ganz im Gegenteil egagieren sie sich sogar gegen Rechtsextremismus.
Trotzdem war dieses Lied eine Steilvorlage und Mia. wurde selbst von einer "Partei", deren Namen ich hier nicht mal nennen möchte, "lobend" erwähnt.

Wen es interessiert:
http://www.projektwerkstatt.de/mia-auuuh/mia.htm

Gut, es stellt sich schon die Frage inwieweit das jetzt hierhergehört, geb ich zu.
Aber ich finde, diese Geschichte ist ein Lehrstück dafür, wohin fehlgeschlagene Gedichtsinterpretationen führen können...

Trotzdem: ich liebe Mia. und gehe im Febraur vielleicht sogar nach Stuttgart aufs Konzert. Mal sehen.
Benutzeravatar
Panthera
Mega Profi Member
Mega Profi Member
Beiträge: 1766
Registriert: 5. Juli 2008, 21:28
Wohnort: Regensburg
Kontaktdaten:

Beitrag von Panthera »

shangri hat geschrieben:Gut, es stellt sich schon die Frage inwieweit das jetzt hierhergehört, geb ich zu.
.
Es ist was es ist ;) (das ist jetzt eine gute Gedichtinterpretation , gell lieber Shangri!)

Erich Fried mit rechtem Gedankengutin Zusammenhang zu bringen ... öhhhmmm ...

Ich habe ein sehr gutes GEdicht von ihm selber dazu ... kommt bald mal

Wolfsfrau
BildBild
manchmal - wenn der himmel tief luft holt und sonne mond und sterne zu atem kommen - spüre ich meine maske von innen
und empfinde mit jeder faser, dass ich daheim bin
Benutzeravatar
shangri
Senior Member
Senior Member
Beiträge: 118
Registriert: 29. Juni 2008, 17:44
Wohnort: bei Ulm

Beitrag von shangri »

Hallo Wolfsfrau,

ja, das ist ja das besonders dämliche an dem Lied, wenn man bedenkt dass Erich Fried ja jüdischer Herkunft ist. Unpassender geht es nun wirklich nicht mehr.

Auf das Gedicht, das Du angesprochen hast, bin ich sehr gespannt.
Lilienthal hat geschrieben: Das Leben
wäre vielleicht einfacher
wenn ich dich
nicht getroffen hätte
Es wäre nur nicht
mein Leben
oh.... alleine dieser Abschnitt... würde das jemand zu mir sagen, würde ich sicher erstmal zusammenzucken. Aber dann würde ich erkennen, das dies eine unglaublich schöne Liebeserklärung ist
Benutzeravatar
Panthera
Mega Profi Member
Mega Profi Member
Beiträge: 1766
Registriert: 5. Juli 2008, 21:28
Wohnort: Regensburg
Kontaktdaten:

Beitrag von Panthera »

Ah - das wusste ich gar nicht, Shangri, dass Erich Fried jüdischer Abstammung war.

In jedem Fall ist er ein sehr bemerkenswerter Dichter und Mensch ... mit der seltenen Gabe seine tiefe Emotionalität mit politischer Anschauung zu verweben ...

Wolfsfrau ... Gedicht sucht ... suchstrom einschalt .. ... ..
Zuletzt geändert von Panthera am 10. Dezember 2008, 20:33, insgesamt 1-mal geändert.
BildBild
manchmal - wenn der himmel tief luft holt und sonne mond und sterne zu atem kommen - spüre ich meine maske von innen
und empfinde mit jeder faser, dass ich daheim bin
Benutzeravatar
Lilienthal
Senior Profi Member
Senior Profi Member
Beiträge: 695
Registriert: 6. November 2008, 13:21

Beitrag von Lilienthal »

Hallo Shangri,

es gab mal eine Zeit in meinem Leben, wo ich das zu jemand hätte sagen können. Zum wahren Leben gehört halt auch der Schmerz und die Stücke aus dem Herzen gerissen und die Falten im Gesicht ... und der bequemste Weg ist nicht immer der einfachste ...


Martina
Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist, was du aus dem machst, was dir zustößt.
-Aldous Huxley-
Antworten

Zurück zu „Zitate und Weisheiten“